Immobilien – wichtige Tipps für Käufer und Verkäufer

Blog Veröffentlicht am 4. Februar 2019 ● Martin Antic


Immobilien – wichtige Tipps für Käufer und Verkäufer

Die eigenen vier Wände sind für viele Menschen ein Traum – egal ob Wohnung oder Haus. Dabei vergisst man leicht, dass es noch ein langer Weg von der Besichtigung bis zum Einzug ist. Jeder Verkauf einer Immobilie wirft unterschiedliche Fragen auf. Deswegen ist es ratsam, diese speziell für Ihr Haus bzw. Ihre Situation zu klären – am besten mit dem Verkäufer, Makler oder einem Sachverständigen. Bei einem Vor-Ort-Termin kann z. B. genau geprüft werden, ob Mängel bestehen oder noch letzte Instandhaltungsmaßnahmen durch den Verkäufer erledigt werden müssen.

Tipps für Käufer

Tipp 1: Finanzierung richtig planen
Sie haben nach langem Suchen Ihr Traumhaus gefunden? Wer eine Finanzierung auf die Beine stellen will, muss viel rechnen: Wie viel Erspartes habe ich, wie hoch ist die Kreditsumme und verdiene ich in Zukunft genug, um Kredit und Zinsen zu zahlen? Unterschätzt werden dabei auch die sogenannten Erwerbskosten, z. B. die Kosten für Notar, Grunderwerbsteuer, Maklergebühren etc.

Tipp 2: Immobilie besichtigen
Bei der Besichtigung scheint alles perfekt. Doch wer eine Immobilie kauft, sollte sich nicht vom ersten Eindruck blenden lassen. Mängel wie undichte Fenster, veraltete Wasserleitungen oder ein mangelnder Brandschutz lassen sich häufig nur bei genauerem Blick erkennen. Im Nachhinein können solche Mängel zu einer teuren Sanierung führen. Deshalb ist es sinnvoll, einen unabhängigen Gutachter zu beauftragen. Dieser prüft zum Beispiel die Bausubstanz und weist auf möglichen Investitionsbedarf hin.

Tipp 3: Weitere Informationen einholen
Haben Sie Ihr Traumhaus gefunden? Als Käufer sollten Sie zudem alle möglichen Informationen vom Verkäufer einholen, um sich zusätzlich zur Besichtigung einen Überblick über den Zustand der Immobilie zu verschaffen. Hierzu gehören beispielsweise Baupläne oder Handwerkerrechnungen. Sehr wichtig ist für Sie ein Blick ins Grundbuch, denn hier sind Belastungen wie Hypotheken, Nießbrauch, Wohnungsrechte etc. eingetragen. Auch beim Kauf einer Eigentumswohnung sollten Sie entsprechende Informationen einholen. Protokolle der vergangenen Eigentümerversammlungen sind wichtig und können etwa Informationen über anstehende Instandsetzungen enthalten.

Tipp 4: Zukünftige Kosten einrechnen
Auch nach dem Kauf einer Immobilie kommen Kosten auf Sie zu: Reparaturen, Hausgeld, Versicherungen usw. Hat ein Makler den Hauskauf geregelt, müssen Sie dessen Provision zahlen. Für alle in Deutschland gekauften Grundstücke, Häuser und Eigentumswohnungen müssen Käufer zudem eine Grunderwerbssteuer zahlen, die je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Gesamtkaufpreises liegt. Auch Versicherungen, Gartenbepflanzungen, Notarkosten, Umzugskosten, Straßenreinigung, Müllentsorgung und Entwässerung müssen bezahlt werden.

Tipps für Verkäufer

Tipp 1: Kaufpreis festlegen
Bei der Festlegung des Kaufpreises spielen viele Kriterien eine Rolle, z. B. Lage, Haustyp, Alter, Bauqualität oder der Zustand bzw. die Ausstattung der Immobilie. Dabei ist es nicht wichtig, wie viel Sie als Verkäufer selbst für die Immobilie bezahlt haben. Denn auf dem aktuellen Immobilienmarkt bestimmen Angebot und Nachfrage den Verkaufspreis und Sie sollten sich deshalb keine falschen Hoffnungen machen. Sind Sie sich über den Wert des Hauses nicht ganz sicher? Holen Sie deshalb immer eine professionelle Immobilienbewertung ein, z. B. von einem Makler.

Tipp 2: Den richtigen Makler finden
Wenn Sie noch keinen Makler Ihres Vertrauens haben, sollten Sie sich zunächst die Internetauftritte verschiedener Makler anschauen. Danach sollte der Verkäufer mindestens drei Makler zur Vorstellung bitten. Gute Makler kennen ihr Revier. Sie wissen, welche Preise an bestimmten Standorten wofür gezahlt werden. Sachkundige Makler erkennen, welche Mängel ein Gebäude hat, was sich auf den Verkauf hemmend auswirken kann, wie man mit Mietern umgeht, wie ein Energieausweis erstellt wird oder was eine Renovierung kosten könnte.

Tipp 3: Zustand der Immobilie richtig einschätzen
Als Verkäufer sollten Sie von sich aus auf etwaige Eigenheiten, Mängel oder Besonderheiten der Immobilie hinweisen. Wichtig ist die Lage der Kabel für Telefon-, Fernseh- oder Internetanschlüsse oder wo der Waschmaschinenanschluss zu finden ist. Verschweigen Sie bekannte Mängel, kann das schwerwiegende rechtliche Folgen (Schadensersatz, Rücktritt vom Kaufvertrag) seitens des Käufers haben.

Tipp 4: Besichtigung vereinbaren
Kaufinteressenten kommen in den meisten Fällen mit sehr detaillierten Fragen zur Hausbesichtigung. Stellen Sie deshalb alle Unterlagen für den Verkauf zusammen: Grundbuchauszug, Energieausweis, Grundrisse, Nebenkostenübersicht, Baupläne, Teilungserklärung etc. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Haus auf Besucher einen gepflegten Eindruck macht.

Wichtiger Tipp für Käufer und Verkäufer: Rat bei einem Anwalt einholen!

Die letzte Hürde vor einem erfolgreichen Kauf bzw. Verkauf ist letztlich der Notartermin. Der Notar verliest dabei den Kaufvertrag und klärt Fragen. Im Anschluss wird dieser von Käufer und Verkäufer unterzeichnet – mit der notariellen Beglaubigung wird der Kauf rechtskräftig.

In der Tat ist es die Aufgabe eines Notars, einen Kaufvertragsentwurf zu machen und den Eigentumsübergang sicherzustellen. Nur: Der Immobilienkaufvertrag soll die zwischen Verkäufer und Käufer getroffenen Vereinbarungen widerspiegeln. Da der Notar nicht bei den Verhandlungen dabei war, müssen die mündlichen Vereinbarungen noch in eine juristische Form gebracht werden.

Nutzen Sie deshalb anwalt.de und lassen Sie Ihren Immobilienkaufvertrag erstellen oder prüfen.


 

Das könnte Sie auch interessieren

Wie entsteht ein Aktienkurs?
Was ist ein Aktienfonds?
Was macht eine Börse?
Was ist ein Börsenindex?
Welche Börsenarten gibt es?
Welche Börsenformen unterscheidet man?