Aktien einfach erklärt

Aktien einfach erklärt

Bei einer Aktiengesellschaft oder einer Kommanditgesellschaft auf Aktien stellt eine Aktie einen Anteil am Grundkapital dar, das wiederum Teil des Eigenkapitals ist.
 
Der Aktionär ist also prozentual oder in Höhe des auf der Aktie ausgewiesenen Nennwerts am Grundkapital der Gesellschaft beteiligt. Wer also eine Aktie erwirbt, wird somit Teilhaber dieses Unternehmens. Er darf auch an den Hauptversammlungen teilnehmen und in aller Regel über wichtige Unternehmensentscheidungen abstimmen.
 
Die Aktie an sich besteht zum einen aus dem Mantel (Urkunde) und zum anderen aus dem Couponbogen, der einerseits die Dividendenscheine (Coupons) und andererseits den Erneuerungsschein (Talon) enthält.
 
Der Anteil einer Aktie kann entweder in Form von Nennwert- oder in Stückaktien verbrieft werden. Bei Nennwertaktien entspricht der Nennwert der Aktie dem Anteil am Grundkapital einer Gesellschaft.
 
Stückaktien (auch Nicht-Nennwertaktie) hingegen tragen keinen Nennwert, sondern spiegeln einen gleichen Anteil am Grundkapital wieder. Die Anzahl der ausgegeben Aktien wird durch den Vorstand bestimmt.
 
Eine in Deutschland geführte Aktiengesellschaft unterliegt dem Wertpapierhandelsgesetz und muss verschiedene Veröffentlichungspflichten nachkommen sowie auf bestimmte Veränderungen im Aktienbestand hinweisen. Hierzu gehören unter anderem der Kauf und Verkauf von Aktien durch Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder.
 

Der Inhaber von Aktien hat folgende Rechte

  • Recht auf Anteil am Bilanzgewinn bzw. Liquidationserlös (§ 58 Abs. 4 AktG)
  • Teilnahme an der Hauptversammlung (§ 118 AktG)
  • Recht auf Antragstellung (§ 126 AktG)
  • Auskunft durch den Vorstand (§ 131 AktG)
  • Stimmrecht in der Hauptversammlung (§§ 133 ff. AktG)
  • Bezug junger Aktien (Bezugsrecht) (§ 186 AktG)

 

Wie errechnet sich der Buchwert von Aktien?

Der Buchwert, ganz gleich ob Nennwert- oder Stückaktie, wird bestimmt, in dem das Eigenkapital durch die Anzahl der Aktien dividiert wird:
 

100.000 € (Eigenkapital) / 1000 (Anzahl der Aktien) = 100 € (Buchwert einer Aktie)

Und wie errechnet sich der Börsenwert?

Der Börsenwert einer Aktiengesellschaft, auch Marktkapitalisierung genannt, errechnet sich, in dem die Anzahl der frei im Umlauf befindlichen Aktien mit dem aktuellen Börsenkurs multipliziert wird.
 
Die Anzahl der vom Unternehmen selbst gehaltenen Aktien muss bei der Berechnung der Marktkapitalisierung von der Anzahl der emittierten Aktien, abgezogen werden.
 
Nur die frei im Umlauf befindlichen Aktien werden bei der Berechnung des Börsenwertes berücksichtigt:
 

1000 (Anzahl der freien Aktien) * 115 € (aktueller Börsenkurs) = 115.000 € (Börsenwert eines Unternehmens)

Was hat es mit der Dividende auf sich?

Die Aktionäre erhalten für die Bereitstellung von Eigenkapital das Anrecht auf einen Anteil am Bilanzgewinn des Unternehmens, die sogenannte Dividende.
 
Die Höhe der Dividende hängt von dem erwirtschafteten Gewinn, dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes, dem Beschluss der Hauptversammlung über die vorgeschlagene Gewinnverwendung und schließlich von der Anzahl der zu bedienenden Aktien ab. Die Unternehmen sind jedoch nicht verpflichtet, Dividenden an ihre Aktionäre zu zahlen.
 
Werden bei Aktiengesellschaften die Gewinne beispielsweise für geplante Investitionen einbehalten (thesauriert), erhalten die Aktionäre keine Dividende. Auch steuerliche Aspekte spielen bei der Ausschüttungspolitik eine gewisse Rolle.
 

Wie läuft der Handel mit Aktien ab?

Ein entscheidender Vorteil von Aktien ist, dass sie generell frei gehandelt werden können. Das kann entweder über einen organisierten Markt, der so genannten Börse, geschehen oder aber außerhalb von organisierten Märkten.
 
Aufgrund der erheblichen Kosten und dem beträchtlichen Aufwand ist nur ein sehr kleiner Teil der gelisteten Aktiengesellschaften tatsächlich an der Börse notiert.
 
Der börsliche Handel wird in Deutschland durch die Bankenaufsicht (BaFin) und die entsprechenden Handelsüberwachungsstellen der Börsen kontrolliert. Hierdurch kann eine hohe Markttransparenz im Handel gewährleistet werden.
 
Der außerbörsliche Handel wird als over-the-counter-Handel, kurz OTC-Handel, bezeichnet und findet außerhalb organisierter Märkte zwischen Banken, Unternehmen oder anderen Kapitalgesellschaften statt.
 
Der OTC-Handel unterliegt nicht den strengen Regeln der Börse und lässt somit individuelle Vertragsregelungen zu. Hierdurch lassen sich unter anderem teure Börsengebühren einsparen. Auch die Schnelligkeit des Handels durch direkte Verhandlung mit den Vertragspartnern ist ein wesentlicher Faktor für den außerbörslichen Handel.
 
Die fehlende Aufsicht und Kontrolle birgt aber auch Gefahren, da die Börsenteilnehmer und Anleger nicht mehr vollumfänglich geschützt werden.
 

Wie funktioniert die Kursfeststellung von Aktien?

Eine der wichtigsten Aufgaben der Börse ist die Kursfeststellung einer Aktie. Der Kurs ist der Preis, den ein Marktteilnehmer bietet bzw. verlangt oder zu dem eine Aktie an der Börse verkauft wurde. Er wird entweder in Euro pro Stück oder in Prozent angegeben.
 
Der an der Börse ermittelte Aktienkurs ergibt sich schließlich aus Angebot und Nachfrage und liegt immer zwischen dem Kurs, den der Anbieter der Aktie verlangt, dem sogenannten Briefkurs (Ask) und dem Kurs, den ein Anleger bereit ist für die Aktie maximal zu bezahlen, dem sogenannten Geldkurs (Bid).
 
Der Börsenmakler, Skontroführer oder ein elektronisches Handelssystem stellt nun die vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträge einander gegenüber und ermittelt dabei nach Maßgabe des größtmöglichen Umsatzes (Meistausführungsprinzip) den aktuellen Kurs. Das heisst, jene Aufträge, die mit einem bestimmten Kurs die höchsten Stückzahlen garantieren, werden zusammengeführt. Alle auflaufenden Kauf- und Verkaufsaufträge werden in einem Orderbuch erfaßt.
 
Da die Kursfestellung relativ kompliziert ist, wird die eigentliche Kursfeststellung heutzutage überwiegend durch Computer unterstützt. An der Frankfurter Wertpapierbörse werden lediglich 8 % des Börsenhandels noch klassisch im Saal abgewickelt.
 
Das Parket dient heute hauptsächlich als Kulisse fürs Börsenfernsehen. Das Handelssystem Xetra der Deutschen Börse AG sowie der New Yorker NASDAQ sind sogar rein elektronische Handelssysteme.
 

Was für Aktienarten gibt es?

Die Aktiengesellschaften oder Kommanditgesellschaften auf Aktien haben die Möglichkeit, unterschiedliche Arten von Aktien an die Börse zu bringen. Die Inhaberaktien sind in Deutschland die am häufigsten auftretende Aktienform. Es gibt aber noch zahlreiche andere Aktiengattungen, wie nachfolgend kurz erläutert:
 

Unterscheidung nach dem Stimmrecht
Stammaktien Der Aktieninhaber hält ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung
Vorzugsaktien Diese Aktie hält kein Stimmrecht, im Gegenzug dafür aber eine höhere bzw. bevorzugte Dividende
Unterscheidung nach der Übertragbarkeit
Inhaberaktien Die Rechte der Aktien sind auf den Inhaber geschrieben und können übertragen werden
Namensaktien Der Name des Aktionärs wird in ein Aktienregister der Aktiengesellschaft eingetragen
Unterscheidung nach dem Emissionszeitpunkt
Junge Aktien Diese Aktien wurden nach den “alten” Aktien emittiert und zeichen sich oftmals durch eine eingeschränkte Dividendenregelungen aus
Alte.Aktien….. Bezeichnung für Aktien, die sich schon vor der Ausgabe “neuer” Aktien im Umlauf befunden haben
Unterscheidung nach dem Unternehmensanteil
Nennwert-aktien Die Aktie besteht aus einem nominalen, absoluten Nennwert des Grundkapitals, d. h. sie lautet auf einen bestimmten Geldbetrag
Stückaktien Eine Stückaktie ist eine (unechte) nennwertlose Aktie, die sich aus dem Verhältnis der gehaltenen Aktienstückzahl zu der insgesamt ausgegebenen Aktienstückzahl ergibt

 

Zum Schluss noch ein Video

In diesem Video werden die Aktienarten nochmal etwas aus­führ­licher erklärt.