Wie funktionieren CFDs?

Blog Veröffentlicht am 5. April 2017 ● Martin Antic

Wie funktionieren CFDs?

Neben Zertifikaten, Optionsscheinen, Optionen und Futures gehören nun auch die CFDs zu den derivativen Finanzinstrumenten, die sich vielerorts durchsetzen konnten. CFDs werden heutzutage zu großen Teilen von privaten Anlegern getradet. Das war allerdings nicht immer so. Denn zu früheren Zeiten nutzten in erster Linie institutionelle Anleger Konstrukte dieser Art. Das große Angebot an Brokern, die sich auf den CFD-Bereich spezialisiert haben, zeugt von der hohen Popularität dieser modernen Finanzinstrumente, die erstmals in Großbritannien aufkamen. In den nachfolgenden Abschnitten soll eine kurze Erläuterung über die Funktionsweise von CFDs gegeben werden. ​

Eine Einleitung – was sind CFDs genau und wer bietet sie an?​

CFDs werden nicht, wie es bei diversen anderen Finanzinstrumenten der Fall ist, über eine regulierte Börse gehandelt. Das Trading geht in aller Regel außerbörslich vonstatten – es handelt sich um sogenannte OTC-Produkte. Das Kürzel OTC steht dabei für „Over the Counter“. Angeboten werden CFDs zum Beispiel von Banken und von Brokern, die sich auf dieses Segment spezialisiert haben. Ein nicht unerheblicher Teil der Anbieter im CFD-Bereich haben ihren Sitz in London. Aber auch in anderen Städten mit Finanzbezug sind die CFD-Broker beziehungsweise Bankhäuser mit CFDs im Sortiment heute anzutreffen. CFDs werden unter anderem auch als Differenzkontrakte bezeichnet.​

Die Abbildung von Basiswerten

CFDs nehmen Bezug auf die Preisentwicklung eines bestimmten Basiswerts. Wird mit einem Differenzkontrakt auf eine Aktie eine Long-Position eröffnet, wird die Aktie nicht im eigentliche Sinne gekauft. Stattdessen finden im Grunde genommen eine Spekulation auf die Wertentwicklung des Basiswerts statt. Die Auswahl an Basiswerten ist heute, etliche Jahre nach der Einführung dieser Finanzinstrumente, merklich größer geworden. Da die Produkte nicht an einer echten Börse gehandelt werden, besteht natürlich in dieser Hinsicht eine Abhängigkeit vom Anbieter, bei dem das Handelskonto eröffnet wurde. Zum Standardsortiment an Underlyings gehören im Normalfall Aktienindizes, Rohstoffe und Währungspaare.

Das Öffnen und Schließen von CFD-Positionen

CFDs sind so konstruiert, dass sie sowohl eine Spekulation auf steigende als auch auf fallende Märkte erlauben. Das bedeutet, zwischen einer Long- und einer Short-Positionierung gewählt werden kann. Meist werden die Trading-Plattformen den Kunden ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung gestellt. Plattformen, die auf einem mobilen Gerät zum Einsatz kommen können, stellen in diesem Segment keine Seltenheit dar. Bei vielen Basiswerten finden die Entlohnuung des CFD-Anbieters nur über den Spread statt. Das bedeutet, dass zum Ask-Kurs gekauft wird und der Verkauf zum Bid-Kurs abgewickelt wird. Bei diversen Underlyings, wie etwa bei Einzelaktien, besteht die Möglichkeit, dass zusätzlich eine Transaktionsgebühr bezahlt werden muss. ​

Der Handel auf Margin – eine wichtige Eigenschaft des CFD-Tradings

CFDs werden in Kombination mit einem Marginkonto angeboten. Dieses Konto bietet die Voraussetzung für gehebelte Positionen, da nur ein Bruchteil des gehandelten Volumens hinterlegt werden muss. Eine Folge des Hebeleffekts ist, dass das Chancen- beziehungsweise Verlustpotenzial erhöht wird. Der Hebel bringt demnach nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile mit sich. Als besonderes Problem wird hier angesehen, dass die Verluste im Extremfall sogar die Kontoeinlage übersteigen können. Der CFD-Handel gilt als risikoreich und eignet sich nur für erfahrene Anleger, die unter anderem mit Hintergrundwissen in puncto Margin-Trading, Risiko- und Money-Management aufwarten können. ​
 

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