Pfandbriefe

Bei Pfandbriefen handelt es sich um festverzinsliche Wertpapiere bzw. gesetzlich streng geregelte Schuldverschreibungen, die von privaten Hypothekenbanken als “Hypothekenpfandbriefe”, von öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten als “öffentliche Pfandbriefe” oder von Schiffspfandbriefbanken als “Schiffspfandbriefe” auf Basis des Pfandbriefgesetzes ausgegeben werden. Die Unterscheidung zwischen diesen Pfandbriefarten bezieht sich auf die Deckungsmasse der jeweiligen Art. Der Pfandbrief profitiert von seiner hohen Wertschätzung als sehr sicheres Wertpapier und zählt zu den Klassikern bei den Finanzanlagen. Aufgrund ihres hohen Sicherheitsaspektes werden sie am Finanzmarkt als mündelsicher eingestuft. Das bedeutet Wertverluste dieser Anlage sind praktisch ausgeschlossen, da der Pfandbrief bei einer möglichen Insolvenz des kontoführenden Kreditinstitutes weitgehend vor Zahlungsausfällen geschützt ist. Geeignet sind Pfandbriefe daher für mittel- bis langfristig orientierte Anleger, denen es vor allem um Sicherheit geht und die ihre Papiere in der Regel bis zur Fälligkeit im Depot halten. Der Großteil der Pfandbriefe ist am Kapitalmarkt notiert und kann börsentäglich an- und verkauft werden.

Der erste Pfandbrief wurde bereits 1769 ausgegeben. Verarmte Landadelige bekamen damals nur noch bei den Banken Kredit, bei denen sie ihre Ländereien oder Immobilien als Sicherheit hinterlegten. Die Banken verbrieften diesen Kredit und vergaben üblicherweise mit dem Kredit auch das Recht, bei einem Zahlungsausfall auf das Pfand zuzugreifen. Seit Einführung erfreut sich der Pfandbrief bei Anlegern aufgrund seiner äußerst hohen Sicherheit als eines der beliebtesten Finanzprodukte. In der über 200-jährigen Geschichte ist noch kein deutscher Pfandbrief ausgefallen. Der Markt für Pfandbriefe ist in Europa weit grösser als der Markt für Unternehmensanleihen. Zudem liegt ihre Rendite deutlich über der von soliden Staatspapieren.

Gesetzliche Grundlage

Das Pfandbriefgesetz (PfandBG) ist seit dem 19. Juli 2005 die einheitliche gesetzliche Grundlage. Kreditinstitute, die zuvor die erforderliche Erlaubnis bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhalten haben, dürfen Pfandbriefe als Refinanzierungsmittel einsetzen.

Arten

Man unterscheidet insgesamt zwischen drei Pfandbriefarten:

  • Hypothekenpfandbriefe dienen der Refinanzierung von Immobilienkrediten und sind durch Hypotheken und Grundschulden gesichert.
  • Schiffspfandbriefe werden zur Finanzierung im Schiffsbau eingesetzt und durch Schiffshypotheken gesichert.
  • Mit öffentlichen Pfandbriefen werden Kredite an Bund, Länder und Kommunen refinanziert und durch Forderungen an die öffentliche Hand gesichert.
Sicherheit

Gläubiger von Pfandbriefen verfügen über das so genannte Insolvenzvorrecht. Bei Zahlungsunfähigkeit der Pfandbriefbank wird die Deckungsmasse erst den Pfandbriefgläubigern zur Befriedigung ihrer Forderungen zugesprochen. Die Pfandbriefgläubiger sind also nicht von der Insolvenz betroffen. Die Deckungsmasse beschränkt sich auf 60 Prozent des festgelegten Beleihungswertes und wird durch einen Sachverständigen festgelegt. Eine kontinuierliche Überprüfung der mit dem Deckungsstock verbundenen Vorschriften erfolgt durch einen unabhängigen Treuhänder. Die Pfandbriefbanken müssen zudem vierteljährlich gewisse Angaben über die Zusammensetzung der Deckungsmassen veröffentlichen.

Laufzeit und Rendite

Deutsche Pfandbriefe bieten einen Zinsvorteil gegenüber Bundesanleihen und zeichnen sich durch eine nahezu vergleichbare Sicherheit aus. Sie sind daher besonders für risikoaverse Anleger ein wichtiges Investment. Aufgrund des äußerst niedrigen Ausfallrisikos gibt es demnach auch nur geringe Kursschwankungen. Pfandbriefe haben eine gewöhnliche Laufzeit von drei bis 30 Jahren. Ende Juli 2010 lag die Rendite pro Jahr für deutsche Pfandbriefe mit einer Restlaufzeit von fünf Jahren bei rund 2,4 Prozent. Wirklich reich kann man mit Pfandbriefen zwar nicht werden, sie bieten aber im Vergleich zu zehnjährigen Bundesanleihen mit einer vergleichbaren Laufzeit immerhin rund 0,5 Prozentpunkte mehr Rendite an. Bei vorzeitigem Verkauf hängt der Anlageerfolg aber von der allgemeinen Entwicklung der Marktzinsen ab.

Jumbo-Pfandbrief

Der sogenannte Jumbo-Pfandbrief zeichnet sich seit seiner Entstehung im Jahre 1995 dadurch aus, dass ihr Emissionsvolumen mindestens bei einer Milliarde Euro liegt und sie sich darüber hinaus zum Market Making verpflichtet haben. Beim Market Making müssen sich mindestens drei Banken gegenüber dem Emittenten verpflichtet haben, über die gesamte Handelsdauer An- und Verkaufspreise für die Produkte des Emittenten zu stellen. Jumbo-Pfandbriefe gelten als besonders liquide.

Pfandbrief auf einen Blick

Vorteile:

  • Sehr hohe Sicherheit
  • Minimales Ausfallrisiko
  • Regelmäßige Zinszahlungen
  • Etwas höhere Rendite als bei Staatspapieren

Nachteile:

  • Kursrisiko, wenn der Pfandbrief vor Fälligkeit verkauft wird
  • Zugriffsmöglichkeiten aufs Kapital sind eingeschränkt

 

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