Edelmetalle

Als wertsichernde Kapitalanlage gelten traditionell Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium, die auf den internationalen Finanzmärkten gehandelt werden. Gerade in Krisenzeiten flüchten viele Anleger in Edelmetalle, insbesondere in Gold, da sie als „sicherer Hafen“ jedem Vermögen einen Schutz vor extremen Wertschwankungen bieten. Edelmetalle gelten als unzerstörbar und sind nicht beliebig zu vermehren. Die physische Kapitalanlage in Edelmetalle erfolgt überwiegend in Form von Münzen und Barren. Edelmetalle dienen außerdem als spannendes Spekulationsobjekt, zum Beispiel durch den Erwerb von börsengehandelten Fonds (ETF) oder Zertifikaten auf Gold oder Silber. Eine zusätzliche Möglichkeit ist der Aktienkauf von Minengesellschaften oder Prägeanstalten sowie von Investmentfonds, die das Vermögen in Aktien verschiedener Gesellschaften anlegen.

Besonders reine Anlageformen sind Barren aus

Sie bestehen zu fast hundert Prozent aus dem jeweiligen Edelmetall. Das Gewicht wird traditionell in Feinunze (engl. Troy Ounce) mit dem Einheitenzeichen oz. tr. angegeben. Ihr Gewicht entspricht der Apotheker-Unze (1 oz.tr. = 31,1034768 Gramm) und bezieht sich nur auf den Edelmetallanteil. Das Gewicht eventueller Verunreinigungen wird vom Gesamtgewicht abgezogen. Die Angaben der Gold-, Silber-, Platin- und Palladiumpreise erfolgen in US-Dollar pro Feinunze. Die Gewichtsangabe in Gramm und Kilogramm hat sich aber vermehrt durchgesetzt.

Gebräuchliche Gewichtseinheiten für Barren aus Edelmetall sind
  • 10 Gramm
  • 20 Gramm
  • 50 Gramm
  • 100 Gramm
  • 250 Gramm
  • 500 Gramm
  • 1 Kilogramm
  • 1 Unze (1 oz.tr.)

Gold und Platin werden häufig in kleineren Einheiten ab einem Gramm angeboten, Silber hingegen vermehrt in größeren Barren. Der Aufschlag des Barrenpreises an der Börse ist im Vergleich zum reinen Edelmetallpreis bei größeren Barren geringer als bei Kleineren, da hier die Nebenkosten für Verarbeitung, Transport, Versicherung und Handel im Verhältnis zur Menge geringer ausfallen. Ratsam ist es daher, einen großen Barren, wie den Standardbarren Good-Delivery-Barren mit einem Gewicht von 400 Unzen (11,34 Kilogramm) zu erwerben, anstatt mehrere kleinere Barren.

Bullionmünzen als weitere Anlagemöglichkeit

Neben den Barren sind spezielle Anlagemünzen, die sogenannten Bullionmünzen, eine zusätzliche Möglichkeit der Wertanlage in Edelmetalle. Bullionmünzen zeichnen sich im Gegensatz zu Sammlermünzen durch einen hohen Feingehalt von 916,6 bis 999,9 Promille aus und werden in großen Stückzahlen von staatlich autorisierten Münzprägeanstalten gefertigt. Zu den weltweit bekanntesten Anlagemünzen gehören der Krugerrand, der American Eagle, der Britannia, der Australian Kangaru, der Maple Leaf sowie der Wiener Philharmoniker, die insbesondere als Gold- und Silbermünzen, aber auch als Platin- und Palladiummünzen angeboten werden. Barren und Bullionmünzen aus Gold sind im Vergleich zu anderen Edelmetallen von der Umsatzsteuer befreit. Für ganz bestimmte Bullionmünzen aus Silber fällt der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 % an.

Edelmetall als verbriefte Anlageform

Eine indirekte Anlage in Edelmetalle sind börsengehandelte Fonds, sogenannte ETF (Exchange Traded Funds), die ähnlich wie bei Aktien- und anderen Investmentfonds eine Beteiligung am gesamten Fondsvermögen, das im konkreten Fall aus Edelmetall besteht, verbriefen. Zudem können Anleger ihr Geld in Aktien von Goldminengesellschaften oder Silberminen investieren. Diese Aktien sind aber in der Regel durch Produktionsausfälle, Streiks und politische Faktoren stärkeren Schwankungen ausgesetzt, als der reine Gold- oder Silberpreis. Sie gelten daher als eine weniger stabile Kapitalanlage. Zudem besteht ein Ausfallrisiko, da eine Minengesellschaft z. B. betriebsbedingt schließen oder gar in Konkurs gehen kann.

Spekulationsobjekt Edelmetall

Edelmetalle dienen aber nicht nur als traditionelle Wertanlage in Form von Münzen und Barren, sie sind auch als Basiswerte von Zertifikaten oder CFDs (Contracts for Difference = Differenzkontrakte) beliebte Spekulationsobjekte. Im Grunde ist der Handel mit CFDs eine Wette auf die Kursentwicklung eines Basiswertes. Das bedeutet, dass der Anleger auch mit einem relativ geringen Kapitaleinsatz sowohl auf einen steigenden, als auch auf einen fallenden Basiswert, z.B. Gold, spekulieren kann. CFDs erlauben das “Shorten” und auch das “Long” gehen. Shorten bedeutet hierbei einen Leerverkauf zu tätigen, um später bei einem niedrigeren Kurs wieder zu kaufen. Long gehen meint den aktuellen Kauf mit der Aussicht auf einen späteren teureren Verkauf. Beim CFD Handel muss der Anleger aber eine Sicherheitsleistung hinterlegen, die auch als Margin bezeichnet wird. Mit dieser Margin sichern sich die Emittenten und Börsenmakler vor dem Risiko einer mangelnden Bonität des Anlegers ab. Diese Margin entspricht allerdings nur einem Bruchteil des gehandelten Wertes, daraus ergibt sich ein enormer Hebeleffekt (Leverage-Effekt), der den Handel mit CFDs so attraktiv für Anleger macht. Je größer der Hebeleffekt, umso größer sind auch die Gewinnchancen oder auch das Verlustrisiko. Der Hebel kann zwischen 5:1 bis 500:1 liegen.

Faustregel zehn Prozent Edelmetalle im Depot

Insbesondere beim Gold kann man trotz seines Rufs als sicherer Hafen nicht von einer stabilen Preisentwicklung ausgehen. In der Vergangenheit bewegte sich der Gold- und Silberpreis erheblich nach unten. Mitte 2013 haben beide Edelmetalle den niedrigsten Wert seit drei Jahren erreicht und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Zudem bringen physische Edelmetalle allgemein keine regelmäßigen Erträge, die Rendite ist nur aus einem steigenden Preis zu erzielen. Daher eignen sich physische Edelmetalle nur bedingt als Spekulationsobjekt für das schnelle Geld. Als beste Sicherung in unsicheren Zeiten hat sich daher eine breite Streuung des Vermögens auf verschiedene Wertanlagen erwiesen. Die gängige Empfehlung vieler Finanzexperten ist, dass Anleger nicht mehr als 10 % ihres Depots in Edelmetallen anlegen sollten.
 

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Foto: © Fabian Forban / pixelio.de