Die Top 5 Tipps für Anfänger von Kryptowährungen

Blog Veröffentlicht am 20. Januar 2018 ● Martin Antic


Lohnt sich ein Einstieg in Kryptowährungen überhaupt noch?

Zum Jahreswechsel 2017/2018 haben Kryptowährungen eine gewaltige mediale Aufmerksamkeit erhalten. Nicht ohne Grund, denn die Preise der meisten der rund 2.000 Kryptowährungen haben sich innerhalb weniger Wochen vervielfacht. Die bekannteste Kryptowährung Bitcoin stieg von ca. 4.000 USD Anfang Oktober 2017 auf fast 20.000 USD Ende des Jahres 2017.

Seitdem haben sich die Preise von Kryptowährungen konsolidiert. Die “Blase” ist geplatzt, so liest man es häufig. Es gab kaum Fundamentaldaten, die diese rasante Entwicklung unterstützt haben. Lohnt es sich also überhaupt noch in Kryptowährungen zu investieren?

Heute, über ein Jahr später, sehen wir handfeste, fundamentale Entwicklungen, die das Ökosystem Kryptowährungen voranbringen. Gerade über die ICOs (Initial Coin Offerings) wurden von zahlreichen Projekten Millionenbeträge an Investments angesammelt. Dies hat zur Folge, dass sich die smartesten Talente und Köpfe der Welt nun der Krypto-Welt verschrieben haben.

Dass auf der anderen Seite einige Krypto-Projekte wieder von der Bildfläche verschwunden sind, ist bei einem so jungen Ökosystem nicht verwunderlich. Es verhält sich ähnlich wie in der Frühzeit der New Economy: Es existierten Firmen wie shopping.com, amazon.com oder andere hoch bewertete E-commerce-Firmen. Auch gab es Suchmaschinen wie Altavista, Google oder Yahoo. Es überleben eben nicht alle Firmen, aber die grundlegende Technologie ist gekommen, um zu bleiben.

Zahlreiche Industrien und Global Player haben das Thema Kryptowährungen und die zugrunde liegenden Technologie “Blockchain” auf Ihrer Agenda. Es ist eine Frage der Zeit, wann die ersten Blockchain Lösungen im ganz große Stile verwendet wird. Höchstwahrscheinlich wird der Endnutzer gar nicht mitbekommen, ob die ausführende Technologie auf der Blockchain basiert. Was man jedoch mitbekommen wird, sind die wirtschaftlichen Vorteile wie Kosteneinsparungen, erhöhte Geschwindigkeit und Sicherheit.

Für den findigen Investor gibt es auch finanzwissenschaftliche Vorteile. Kryptowährungen korrelieren nicht mit anderen Anlageklasse. Dies macht sie besonders interessant für eine Aufnahme in das eigene Portfolio. Es kann davon ausgegangen werden, dass Kryptowährungen derzeit eine asymmetrische Wette sind. Das Risiko beschränkt sich auf den Verlust des Investments. Die sogenannte “upside” beschränkt sich nach oben hin kaum, eine Vervielfachung des Investments ist jederzeit möglich, vor allem wenn man auf das richtige Krypto-Pferd setzt.

Um unsere initiale Fragen zu beantworten: Es ist gerade erst der Anfang. Man sollte Kryptowährungen nicht vom Radar verlieren oder sich durch unkundige Personen abschrecken lassen. Aufgrund der positiven finanzwissenschaftlichen Aspekte kann ein Investment in Kryptowährungen sinnvoll sein. Nichtsdestotrotz, gilt es für jeden Krypto-Neuling, unsere folgenden Top 5 Weisheiten zu beachten.

Bitcoin

Tipp 5: Das Mindset

Kryptowährungen unterliegen einer starken Volatilität. Sie sind umso stärker volatil, in desto kleinere und unbekanntere Kryptowährungen man investiert. Ein Vergleich mit traditionellen Anlageklassen ist hinlänglich. Tägliche Schwankungen um die 10-30% sind keine Seltenheit. Hier gilt es nicht panisch zu kaufen oder zu verkaufen. Wie beim Investieren generell, sollte man seine Verwunderung und Emotionalität stark herunterschrauben und gleichzeitig seine Rationalität nach oben. Es gilt dem eigenen Masterplan treu zu bleiben, welcher optimalerweise ein mittel- bis langfristiger Investmenthorizont sein sollte. Im Krypto-Bereich würde man hier von einem Horizont von 1-5 Jahren sprechen.

Tipp 4: Investmentbetrag

Mit Kryptowährungen kann man einen Totalverlust einfahren, dies sollte jedem Investor bewusst sein. Extrem hohe Kursschwankungen sowie unsichere Projektaussichten sind allgegenwärtig. Es sollte nur jener Betrag investiert werden, den man auch ohne mit der Wimper großartig zu zucken verlieren könnte. Es empfiehlt sich, nicht sofort sein ganzes Investment-Budget in Kryptowährungen zu investieren, sondern eine “cost-average” Strategie zu fahren. Dies heißt, sobald Sie sich für eine Kryptowährungen interessieren, kaufen Sie lieber über verschiedene Tage oder Wochenenden hinweg verteilt kaufen. So haben Sie einen gemittelten Preis. Ebenso sollte die Grundlage für jedes Investieren eingehalten werden, diversifizieren Sie Ihr Portfolio. Kaufen Sie mehrere Kryptowährungen. Es existieren mittlerweile auch Firmen, die Krypto-Indizes zur Verfügung stellen, an denen man sich mit seiner Allokation orientieren kann.

Tipp 3: Sicher Kryptowährungen kaufen

Kryptowährungen kauft man entweder bei Krypto-Brokern oder Krypto-Börsen. Krypto-Broker haben den großen Vorteil, dass diese in der EU streng reguliert sind und eine angenehme Handelsoberfläche bieten. Krypto-Börsen hingegen sind oft unreguliert oder in Jurisdiktionen, die oftmals nicht den allerbesten Ruf genießen. Auf der anderen Seite erhält man auf Krypto-Börsen auch wirklich das Besitzrecht an die Kryptowährungen. Die Kryptowährungen sind auf das eigene “Wallet” transferierbar (siehe Tipp 2), wenn man seine “Coins” über eine Börse kauft. Eine Übersicht über die bekanntesten Krypto-Broker und Krypto-Börsen erhalten Sie z.B. auf Coin-Ratgeber. Die Krypto-Broker und Börsen bieten verschiedene Ein-und Auszahlmöglichkeiten. Am gängigsten sind Zahlungen über die Hausbank oder PayPal (Kryptowährungen mit PayPal kaufen). Ferner kann man sich der Kreditkarte bedienen. Wichtig ist, dass man auch später noch nachweisen kann, auf Grundlage einer Transaktionshistorie, wie man bei Krypto-Brokern oder Börsen ein- und ausgezahlt hat. Warum? Das lesen Sie unter Tipp 1. Davor sollten Sie sich jedoch über die Verwahrung der Kopf zerbrechen.

Tipp 2: Sicher Kryptowährungen verwahren

Insofern man seine Kryptowährungen auf einer Krypto-Börse erworben hat, sollte man sich umgehend um eine sichere Verwahrung kümmern. Eine sichere Verwahrung heißt nicht, die Bitcoins, Ethereums, IOTAs & Co. auf der Börse zu parken. Im Gegenteil, es gilt die Kryptowährungen so schnell wie möglich abzuziehen nach dem Kauf, da die meist unregulierte Börse zu viele Unsicherheiten mit sich birgt. Die klassische Variante zur Sicherung der Kryptowährungen ist ein Cold-Wallet in Form eines Paper-Wallets. Dies bedeutet ganz simpel, man schreibt sich das Passwort für z.B. seine Bitcoins auf einen Zettel. Dieses Passwort nennt sich “privater Schlüssel” und besteht aus einer 27-34 Folge alphanumerischer Zahlen. Jedes Mal ein 27-34 stelliges Passwort abzurufen ist unpraktisch. Deshalb benutzt man heutzutage Bitcoin Hardware-Wallets. Diese übernehmen die Funktion des Paper-Wallets und machen Kryptowährungen erst flexibel und überall auf der Welt nutzbar. Sie sehen aus wie kleine USB-Sticks, ähneln den bekannten Banking Sicherheitstokens, und sind mit dem Handy, Tablet oder PC verbindbar. Sie gelten als die sicherste Variante, um Bitcoins & Co. sicher zu speichern. Die führenden Anbieter in dem Bereich sind die Firmen Ledger, Trezor und KeepKey. Hier verlinken wir Ihnen einen Vergleich von Krypto-Hardware-Wallets.

Tipp 1: Steuern beachten

Beachten Sie, dass der Handel mit Kryptowährungen steuerpflichtig sein kann! Deutschland befindet sich in der komfortablen Situation, dass die steuerrechtlichen Auswirkungen von Kryptowährungen weitgehend, seitens der BaFin, reguliert sind. In zahlreichen anderen Ländern steht hier ein großes Fragezeichen bezüglich der Besteuerung von Kryptowährungen. Rechtssicherheit auf der einen Seite ist die Grundlage, um rationale und weitsichtige Investmententscheidungen treffen zu können. Andererseits verringert eine Besteuerung auch den Gewinn. In Deutschland werden Kryptowährungen mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert und nicht, wie öfters fälschlicherweise angenommen, mit der Abgeltungssteuer. Hier existiert jedoch eine wichtige Ausnahme. Steuerpflichtig wird ein Krypto-Investor nur dann mit seinem persönlichen Einkommensteuersatz, wenn er die Kryptowährungen unter einem Jahr gehalten hat, ohne in der Zwischenzeit gehandelt zu haben. Dies bedeutet, habe ich Bitcoin vor über einem Jahr für 3000€ gekauft und sind diese heute 5000€ wert, so könnte ich die Differenz von 2000€ komplett steuerfrei “auscashen”. Hätte ich in der Zwischenzeit jedoch gehandelt, so wären jene Trades steuerrelevant. In diesen Fällen fallen weitere Regelungen an, die in einem Bitcoin-Steuerguide nachgelesen werden können.

Wir können Ihnen empfehlen, sich die Top 5 Tipps tatsächlich zu Gemüte zu führen und umzusetzen. Dies garantiert, dass Sie nicht die üblichen Fehler eingehen werden, wie es bedauerlicherweise schon viele andere Krypto-Enthusiasten vor Ihnen getan haben.
 

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Fotos: David McBee / Pexels