Die Finanzen selbst in die Hand nehmen – 5 Dinge die dafür notwendig sind

Blog Veröffentlicht am 4. Juni 2018 ● Martin Antic

Die Finanzen selbst in die Hand nehmen

Es ist seit Jahren der Traum vieler Menschen in Deutschland – die Finanzen endlich selbst in die Hand nehmen. Selbst anlegen, traden, dass Geld vermehren und nicht mehr immer abhängig sein von Bankberatern, Brokern und anderen, die einem erzählen möchten, was man am sinnvollsten mit seinem Geld anstellen sollte. Diese in Mode gekommene Art der Investition wird von vielen schon vorgenommen – jeden Tag aufs Neue.

Wieso wollen so viele Sparer ihre Sparanlagen selbst verwalten?

Und das hat einen einfachen Hintergrund. Die schwere Bankenkrise Anfang dieses Jahrtausends hat das Vertrauen der Menschen in Banken, in Versicherungen und in das Rentensystem an sich schwer erschüttert. Die in den folgenden Jahren und vor allem in diesem Jahrzehnt gefahrene Politik der niedrigen Zinsen, die von Seiten der europäischen Zentralbank ausgegeben wurde, hat ihr Übriges getan, um viele Sparer endgültig zu verprellen. Wer heute Geld auf einem normalen Sparkonto ablegt, kann es vom Ertrag her genauso gut unters Kopfkissen legen. Doch die Zahl der Einbrüche in Deutschland ist Grund genug, dringend davon abzuraten. Wer eine Festanlage bevorzugt, um zumindest noch einige wenige Zinsen für sein Geld zu bekommen, bindet sich für Jahre an eine Bank, kann über sein Geld nicht mehr verfügen und bekommt am Ende doch nur Zinsen im niedrigen Bereich – Prozentwerde die Sparer noch vor 20 Jahren laut hätten auflachen lassen. Doch das ist nun einmal die Realität in der Bankenwelt des frühen 21. Jahrhunderts. Und so sehr man sich darüber ärgern kann, dass Sparer heute schon lange nicht mehr die Zinsgewinne einfahren können, die früher einmal möglich waren – so sehr kann man diese Situation auch als Chance verstehen und sie einfach und effektiv nutzen. Indem man seine Finanzen selbst in die Hand nimmt. Doch damit das funktionieren kann, sind 5 Dinge absolut unabdingbar notwendig.

1. Ein genauer Überblick

Wer seine Finanzen wirklich selbst in die Hand nehmen möchte, der braucht einen genauen Überblick über eben seine Finanzen. Wie hoch sind die monatlichen Einnahmen? Wie hoch sind die monatlichen Ausgaben? Was kann im Monat an die Seite gelegt werden, ohne das es wirklich wehtut? Wie hoch ist der Anteil am Sparvermögen, der als Rücklagen gebraucht wird, der wirklich komplett sicher angelegt werden muss und über den man zu jeder Zeit verfügen können möchte? Und welchen Anteil kann man benutzen, um damit ein echtes Vermögenswachstum herbeizuführen. Denn eines sollte jedem, der seine Finanzen selbst in die Hand nehmen und aus dem Schatten von Bankberatern und Fonds-Brokern heraustreten möchte immer klar sein – wenn man sein komplettes Erspartes in Wertpapiere oder andere Anlagen steckt, ohne eine gewisse Sicherheit in Form von Rücklagen zu haben, läuft man Gefahr im Fall eines unvorhersehbaren Ereignisses an der Börse erhebliche Teile seines Vermögens zu verlieren.

2. Die eigene Strategie festlegen

Es gibt auch im Wertpapierhandel verschiedene Möglichkeiten zum Erfolg zu gelangen. Da gibt es die Firmen und Marken die vergleichsweise sicher aufgestellt sind, die ein gesundes aber langsames Wachstum versprechen. Die gelegentlich einmal kurze Kursschwankungen nach unten haben, aber in der Regel beharrlich und kontinuierlich im Wert steigen. Wer auf diese setzt fährt die sichere Variante – vor allem von denen, die mit ihrem Depot oder ihrem Investment etwas für ihre Altersvorsorge tun möchten oder sich einen konkreten Traum mit dem Geld erfüllen wollen eine gern gewählte Variante. Dann gibt es die Wertpapiere und Handelsmöglichkeiten, die vergleichsweise spekulativ daherkommen. Hier kann es in kurzer Zeit zu hohen Gewinnen kommen, allerdings können diese auch in relativ kurzer Zeit wieder verpufft sein. Am besten ist in der Regel eine ausgeglichene Strategie – je breiter Sie Ihr Depot aufstellen und je mehr Sie Ihre Investitionen streuen, desto geringer wird im Endeffekt das Risiko und desto größer ist die Chance, mit langsam wachsenden Anlagen einen gesunden Stamm zu haben, der durch schnell wachsende Anlagen entsprechend verstärkt und erweitert wird.

3. Zeit – Sie müssen Zeit in Ihre Finanzen investieren

Ein beruflicher Broker macht den ganzen Tag über nicht viel anderes, als die Börsen im Auge zu behalten und auf den Märkten Ausschau nach neuen Möglichkeiten zu halten. Darüber hinaus überwacht er die vorhandenen Anlagen, immer bereit zu reagieren, wenn es irgendwelche Einbrüche oder Probleme geben sollte. Außerdem muss er bestens in der Welt der Wirtschaft informiert sein. Welche Ergebnisse haben die Unternehmen vorgelegt, in denen Investitionen seiner Kunden laufen? Gibt es irgendwo die Gefahr eines Skandals? Steht ein neues Produkt in den Startlöchern, dass den Kurs noch einmal nach oben treiben könnte? Information ist in diesem Geschäft alles und Informationen aufzunehmen, braucht Zeit. Natürlich gibt es Hilfsmittel, die Ihnen helfen schnell zu reagieren, wenn ein Kursabfall droht, sodass Sie Ihre Geldanlagen nicht den ganzen Tag über im Auge behalten müssen – für berufstätige ohnehin gar nicht leistbar. Wichtig ist es dennoch, informiert zu sein. Auch wenn man sich für Anlagen entschieden hat, die langsam und stetig wachsen, sollte man dennoch ständig den Markt im Auge behalten und täglich die neuesten und wichtigsten Informationen aus der Wirtschaft und der Börse kennen. Es gibt heute viele Möglichkeiten sich zu informieren, von der klassischen Tageszeitung in Papierform über viele große Zeitungen, die als E-Paper zur Verfügung stehen bis hin zu Info-Seiten im Internet, die stets mit den neuesten Trends und Informationen aus der Welt der Wirtschaft und der Börse aufwarten können. Nur, wer sich hier regelmäßig umsieht und auf dem Laufenden bleibt, kann wirklich erfolgreich seine Geldanlagen selbst verwalten und steuern.

4. Geduld – Rom wurde auch nicht über Nacht erbaut

Was für eine Phrase. Dummerweise stimmt sie aber noch immer. Denn wer mit aller Macht so schnell wie möglich sein Geld vermehren möchte, wird dabei schnell unvorsichtig. Vor allem wenn man auf halbgare Ratschläge hört, wie andere innerhalb von ganz kurzer Zeit angeblich ein kleines Vermögen aufgebaut haben, kann die Investitionsstrategie schnell nach hinten losgehen. Das kann einerseits zu erheblichen Verlusten führen – andererseits kann man sehr schnell den Spaß und den Elan verlieren. Wer mit der Vorstellung einer schnellen Geldvermehrung in die eigenen Investitionen startet, der läuft Gefahr, dass ihm die Puste ausgeht. Das Vermögen selbst zu steigern ist kein Sprint, sondern eher mit einem Marathon vergleichbar. Wer auf die ersten Meter zu viel Gas gibt, wird am Ende nur selten das Ziel erreichen können.

5. Das richtige Depot

Es gibt inzwischen unendlich viele Banken und Online-Broker, die Ihren Kunden ein Depot für den eigenen Handel anbieten. Dabei sind die Konditionen teilweise extrem unterschiedlich. Reine Online-Broker bieten dabei zumeist nur wenig zusätzlichen Service, was auch zu einem sehr niedrigen Preis des Depots führt. Banken, die ein eigenes Depot anbieten kommen oft noch mit Service-Paketen daher, die den Preis wieder zusätzlich in die Höhe treiben, Ihnen aber die Arbeit mit dem eigenen Depot erleichtern können. Sie sollten genau wissen, was Sie möchten und welche Art von Depot es letztlich werden soll. Hierfür ist es wichtig, sich eingehend mit Vergleichen verschiedener Direktbanken und Online-Brokern zu befassen. Entsprechende Vergleiche findet man zum Beispiel auf Brokervergleich.net.
 

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