Bilanzkosmetik

Bilanzkosmetik (auch Window Dressing genannt) bezeichnet alle bilanzpolitischen Maßnahmen eines Unternehmens, die darauf ausgerichtet sind, dem Bilanzleser ein möglichst positives Bild von der finanziellen Lage und Performance des Unternehmens zu vermitteln. Bilanzkosmetik dient nicht der dauerhaften Verbesserung der Bilanzstruktur, sondern kurzfristig der optischen Verschönerung. Bei der Bilanzkosmetik handelt es sich jedoch generell um Maßnahmen im Grenzbereich des gesetzlich Zulässigen. Sie zielt dabei vor allem auf die Umschichtung von Beständen ab. Eine mangelnde Unternehmensliquidität kann beispielsweise dadurch umgangen werden, indem bestimmte Vermögensgegenstände kurz vor Bilanzstichtag veräußert werden, um zusätzliche Liquidität zu gewinnen. Die Vermögensgegenstände werden nach Bilanzerstellung schließlich wieder zurückgekauft. Große Fondsgesellschaften versuchen beispielsweise zu bestimmten Stichtagen eine entsprechende Kurspflege zu betreiben, indem Gewinner-Aktien bzw. Wertpapiere mit guter Performance kurz zuvor gekauft und Papiere mit schlechter Performance verkauft werden, um so das Portfolio des Fonds zu verbessern bzw. zu bereinigen.

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Foto: © Andrea Damm / PIXELIO